Die Veröffentlichungen
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Pressemitteilung vom 10. Jänner 2005: Mayerling braucht Alternativen für
einen sanften Tourismus
Mayerling/Hattingen
[mayerling.info]. 116 Jahre nach der Tragödie von Mayerling muss
dieser Ort im Wienerwald als Stätte des stillen Gedenkens bewahrt bleiben,
stellt Lars Friedrich, Leiter des nordrhein-westfälischen Mayerling-Archivs,
in einer Aussendung fest. Mayerling ist Synonym für die Tragik eines
Gescheiterten. Eine oberflächlich inszenierte Zurschaustellung menschlicher
Schwächen ist dort unangemessen, so der deutsche Journalist (36).
Auf Schloss Mayerling wurden 1889 die Leichen des Erzherzog-Thronfolger Rudolf
von Österreich und seiner Geliebten, Mary Vetsera, gefunden. Es fehlt
Fantasie, wenn man nach 116 Jahren aus dem Ort ein Museumszentrum machen will.
Hier müssen andere alternative Ansätze für einen sanften Tourismus
her, die langhaltig zur wirtschaftlichen Sicherung beider Klöster, aber
auch der traditionellen Gastronomienbetriebe am Ort beitragen. In Mayerling
ausschließlich eine kulturelle und gastronomische Konkurrenz á
la Sisi-Museum und Mc Fress anzusiedeln ist kurzsichtig und wird diesem Ort,
der ja auch landschaftlich viele Reize hat, nicht gerecht.
Friedrich spricht sich so
auch gegen das bisher bekannte Konzept für das vor Ort geplante Museum
Kulturgut Mayerling aus. Bereits im September 2002 hatte Landrat
Dr. Erwin Pröll den ersten Spatenstich für das Museum getan, das mit
einem Seniorenpflegezentrum und einem kommunalen Veranstaltungsraum verbunden
werden soll. Mit der Finanzierung des Baues geht es nicht voran. Dies
ist für mich ein eindeutiges Zeichen, dass das Potenzial des Museums falsch
eingeschätzt wurden, so Friedrich. Zwar zähle Mayerling mit
mehr als 100.000 Besuchern pro Jahr zu den meistbesuchtesten Kulturgütern
in Niederösterreich, doch gilt das Interesse der Individualtouristen in
erster Linie der kirchlichen Gedenkstätte im Karmel Conventus S. Jos. Mayerlingens
M. M. Carmel. Disc. Solch ein Museum wird keine neuen Busgruppen in die
Marktgemeinde Alland bringen. Wer jetzt schon 1,50 Euro Eintritt in die Kirche
der Gedenkstätte scheut, wird nicht das Fünf- oder Sechsfache für
ein kommerzielles Museum zahlen, für das man auch noch Zeit und Ruhe mitbringen
muss, führt Friedrich als zusätzliche Argumente gegen ein Museumszentrum
an.
Mit über 4.000
Medien zum österreichischen Erzhaus Habsburg ist das Mayerling-Archiv das
größte private Adelsarchiv in Deutschland. Neben der Dokumentation
der Ereignisse von 1889 ist Initiator Lars Friedrich bestrebt, das Bau- und
Kulturgut Mayerling zu schützen, das Kloster der Karmelitinnen im Sinne
des Stifters zu erhalten, die Arbeit der Ordensschwestern zu unterstützen
und die Gedenkstätte als Ort der Erinnerung zu erhalten.
Lars Friedrich in
seinem Appell zum 116. Jahrestag der Ereignisse von Mayerling am 30. Jänner
2005: Unser Bestreben muss es sein, Mayerling nachfolgenden Generationen
als Ort der Kontemplation zu erhalten. Kommerz, der den Menschen sowie sein
Schicksal und seine Geschichte an den Rand des Interesses drängt, hat dort
nichts zu suchen. Und langfristig kann sich an der Schwechat nur der behaupten,
der auch das nachhaltigste Konzept zum Wohle aller Beteiligten präsentieren
kann. Dass dies eben kein Museum ist, haben das vor Jahren bereits gescheiterte
Imagothek-Mayerling-Projekt und eine nie ausgeführte Nachfolgeplanung hinreichend
bewiesen.
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http://www.mayerling.info
am